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Die Westerkerk ist das ganze Jahr hindurch für Besucher vom Montag bis Freitag zwischen 11.00 und 16.00 Uhr geöffnet. Vom 1. April bis zum 1. November ist die Kirche auch am Samstag zwischen 11.00 und 15.00 Uhr geöffnet.
Am Sonntag ist es nicht möglich, die Kirche zu besichtigen. Sie sind am Sonntagmorgen ganz herzlich im Gottesdienst willkommen, der um 10.30 Uhr beginnt.
Zeitweilig wird die Kirche vermietet und ist an solchen Tagen geschlossen.


ANDACHTEN IN DER PASSIONSZEIT...

... beim Brennenden Dornbusch - Kunstwerk und Ort der Stille. Es klingen Worte aus der Bibel (niederländisch, englisch, deutsch), ein Gedicht, ein Lied, Gebete und Orgelmusik. Alle Texte finden sich auch in englischer Übersetzung.
Wann: Freitag, 3., 10., 17., 24. und 31. März und 7. April 2017. Von 17.00 bis 17.30 Uhr. Wo: Westerkerk, Prinsengracht 279, Amsterdam. Information: +31 20 6247766

 

 

 

KIRCHE

Die Westerkerk wurde von Hendrick de Keyser entworfen und im Auftrag des Magistrats von Amsterdam von 1620 bis 1631 erbaut.

Es war nicht die erste, wohl aber die größte Kirche in Amsterdam, die als protestantische Kirche erbaut wurde. Davor bereits waren die Noorderkerk (Nordkirche) und die Zuiderkerk (Südkirche) eingeweiht worden. Die Nieuwe Kerk (Neue Kirche) und die Oude Kerk (Alte Kirche) waren ursprünglich für den katholischen Gottesdienst errichtet worden, wurden aber während des Bildersturms (1566) von den Protestanten übernommen, wobei der Altar und die Bilder entfernt wurden.

Die Westerkerk wurde im Renaissancestil erbaut und hat die Form eines Doppelkreuzes. Das Kirchengebäude ist rechteckig; 48 Meter lang, 28 Meter breit und 27,5 Meter hoch bis zum hölzernen Tonnengewölbe im Mittelschiff. Auffallend an der Kirche ist das helle Sonnenlicht, das durch 36 große Fenster von allen Seiten – die Kirche steht völlig frei – ungedämpft nach innen fällt. Dieser 'Lichteffekt' wird durch die weißen Wände in der Kirche noch verstärkt.

Das Innere ist, außer durch die großen Fenster, durch die grauweiß gestrichenen Natursteinornamente zwischen den weißen Stuckarbeiten gekennzeichnet. Säulen, Bögen, Rippen, Pilaster und das Hauptgesims im Erdgeschoss sind aus Bentheimer Sandstein und dunkelgrau gestrichen. Da die Westerkerk im Auftrag des damaligen Amsterdamer Magistrats gebaut wurde, ist das Stadtwappen überall in der Kirche zurückzufinden. Das Mittelschiff ist, ebenso wie die beiden hohen Seitenschifffelder, mit hölzernen Tonnengewölben überdeckt, die an ihren Schnitten Kreuzgewölbe bilden. Die übrigen, niedrigen Seitenschifffelder haben Kreuzrippengewölbe aus Stein.

GESCHICHTE

Die Stadt Amsterdam schlug sich 1578 auf die Seite des Prinzen von Oranien und vertrieb die katholischen Regenten. Infolge dieser 'Veränderung' ('alteratie') gingen sieben katholische Kirchen in die Hände der Reformierten über.

Nach dieser Veränderung wuchs die Einwohnerschaft von Amsterdam in nur einem Jahrhundert von 30.000 auf 200.000 Einwohner. Verursacht wurde dies unter anderem durch einen Zug der Landbevölkerung in die Stadt und durch den Zustrom von Flüchtlingen und anderen Ausländern (französische, deutsche und belgische Immigranten, hauptsächlich Handwerker). Um die größer werdende Zahl der Arbeiter unterbringen zu können, wurde das Stadtviertel Jordaan entworfen. Für die Bewohner des Jordaan erbaute die Stadt Amsterdam die Noorderkerk; für den reichen Grachtengürtel erstand an der anderen Seite der Prinsengracht die Westerkerk.

Im Jahr 1620 wurde am Westermarkt ein Friedhof angelegt, an der Nord- und Ostseite der Kirche. Der Westerfriedhof hatte an der Seite der Keizersgracht ein prächtiges Tor, das es heute nicht mehr gibt. Dieses hatte, ebenso wie die Kirche und den Turm, Hendrick de Keyser entworfen.

Ein zweites Tor, das Zugang zum Friedhof an der Seite der Prinsengracht gab, ist erhalten geblieben. Dieses bildet nun den Zugang zum "Prinsenhuis" neben der Kirche, in dem viele kirchliche und soziale Aktivitäten der Westerkirche stattfinden. Der Friedhof hat nur kurze Zeit bestanden. Bis 1865 wurde auch in der Kirche bestattet. Man erkennt das deutlich an den Grabplatten in der Westerkirche.

WESTERTOREN

In Amsterdamer Schnulzen, aber auch im Tagebuch der Anne Frank wird der Turm der Westerkerk besungen. In den Sommermonaten kann man ihn bis zur ersten Plattform besteigen.

Krone

Der berühmte 'Ouwe Wester' ist der höchste Kirchturm Amsterdams (85 Meter). Die Spitze mit der Kaiserkrone datiert aus 1638. Bis 2006 hatte die Kaiserkrone eine goldgelbe Farbe. Bei der Restaurierung des Turms in den Jahren 2006 und 2007 bekam der Turm ein historisch fundiertes Farbschema. Das Auffälligste daran ist die grellblaue Farbe der Krone. Im Rembrandt-Jahr 1906 wechselte die Farbe der Krone von blau nach goldgelb; hundert Jahre später, im Rembrandt-Jahr 2006, brachte man sie wieder zurück in das ursprüngliche Blau.

Glockenspiel

Das Glockenspiel im Turm der Westerkerk, das täglich mehrere Male erklingt und von Hand bespielt werden kann, enthält Glocken von François Hemony. Der feste Spieler ist Boudewijn Zwart.

Glocken

Hören Sie vor und während des Gottesdienstes im die Glocken läuten? Das sind die Glöckner der Westerkerkgemeinde, die diese Glocken mit der Hand läuten. Alle Glöckner sind Mitglieder der ehrenamtlichen Glöcknergruppe der Westerkerkgemeinde.

Kirche und Turm getrennt

Als 1795, in der "französischen Zeit", die Trennung von Kirche und Staat erfolgte, wurde die Westerkerk Eigentum der damaligen niederländischen reformierten Kirche. Der Kirchturm aber blieb Eigentum der Stadt Amsterdam. Möchten Sie den Turm besteigen? Besuchen Sie für Informationen die Website von Westertoren.

BRENNENDER DORNBUSCH

Der Brennende Dornbusch in der Westerkirche ist ein besonderer Ort, um eben zu verweilen und eine Kerze anzuzünden.

Dieser entstand nach einer Idee der Pfarrerin der Westerkerk, Fokkelien Oosterwijk, und wurde entworfen von dem Bildhauer Hans 't Mannetje. Ende 2007 wurde das Werk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Gerade in einer Zeit, in der Gegensätze auf religiösem und gesellschaftlichem Gebiet stark zur Geltung kommen können, stellt der Brennende Dornbusch dar, was christliche, jüdische und islamische Traditionen miteinander verbindet. Der Brennende Dornbusch in der Westerkerk kommt einem universalen menschlichen Verlangen entgegen: das nicht Benennbare zu erfahren und das Unerreichbare näher zu bringen.

In der biblischen Geschichte offenbart Gott sich Moses im brennenden Dornbusch. Er fordert ihn auf, sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten herauszuführen und sichert ihm dabei seine Hilfe zu. Als Moses nach Gottes Namen fragt ist die Antwort: „Ich werde da sein“. Gottes Namen als Gelöbnis ewiger Nähe.

Sie sind herzlich eingeladen, eine Kerze anzuzünden. Neben dem Brennenden Dornbusch finden Sie ein Buch, in das Sie Ihre eigenen Gedanken oder Gebet schreiben können.

An den Freitagen während der Advents- und der Passionszeit werden rund um den Brennenden Dornbusch kurze meditatieve Abendgebete gehalten. Liturgin ist Cristina Pumplun, auf den Orgeln spielt Kantor-Organist Jos van der Kooy.

ORGELN

Hoch oben über dem Eingang der Westerkerk ragt die große Orgel auf. Nicht allein wegen ihrer eindringlichen Klänge, auch durch die bemalten Flügel und die Schwindel erregenden Pfeifen macht die Orgel einen unauslöschlichen Eindruck.

Als die Westerkerk am ersten Pfingsttag 1631 eingeweiht wurde, hatte sie noch keine Orgel. Instrumentalmusik in der Kirche wurde damals noch als 'papistisch' angesehen. Es kostete Jahre an Verhandlungen, bevor eine Orgel zugelassen wurde. War erst die Rede davon, die Orgel der Oude Kerk (Alte Kirche) oder der Zuiderkerk (Südkirche) zu übernehmen, 1681 bekam doch der Orgelbauer Roelof Barentszn. Duyschot den Auftrag zum Bau einer Orgel. Die Orgel trägt den Namen des Erbauers.

Am ersten Weihnachtstag 1686 spielte Jurriaan Bouff aus Leiden in einem Gottesdienst zum ersten Mal die Orgel. Er spielte jeden Sonntag drei Mal (es gab damals vier Gottesdienste am Sonntag). Auch am Donnerstag und Freitag sowie zum Erntedankfest und am Tag der Ewigen Anbetung wurde auf der Orgel gespielt.

Die Orgelflügel – prächtig bemalt – sind von der Hand von Gerard de Lairesse. De Lairesse wurde 1640 in Lüttich geboren und übersiedelte 1664 in die Niederlande. Er war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einer der populärsten Maler der Niederlande.

Chororgel

Außer der großen Orgel steht in der Westerkirche noch eine weitere Orgel eines viel späteren Datums: die Pastor H.A. Visserorgel.

Pastor H.A. Visser (1911-2006) war von 1949 bis 1977 Pfarrer in der Westerkerk und führte den Kantatengottesdienst in der Westerkerk ein. Für die Kantaten wurde eine kleinere Chororgel benötigt. D.A. Flentrop baute sie 1963.

RUNDUM DIE WESTERKERK

Die Westerkerk befindet sich an der Ecke Prinsengracht und Rozengracht, an den bekannten Westermarkt angrenzend.

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Anne Frank

Der Eingang der Kirche befindet sich in der Prinsengracht Nummer 279. Die Küsterwohnung ist direkt daneben, auf Nummer 281. Auf dem Platz vor der Küsterwohnung steht eine Skulptur von Anne Frank, die oft von Touristen fotografiert wird. Die Küsterwohnung ist damit eines der am meisten fotografierten Gebäude in Amsterdam. Ein kleines Stückchen weiter, in der Prinsengracht 263, ist das Anne-Frank-Haus zu finden. Kombinieren Sie einen Besuch des Anne-Frank-Hauses mit einem Besuch der Westerkirche!

Prinsenhuis

Der Eingang zum Prinsenhuis ist an der Prinsengracht 277b. Hinter dem reichverzierten Tor, das einmal als Eingang des Westerfriedhofs diente, befindet sich unter anderem das Sekretariat der Westerkerk.

Pothuisjes

Die an der Kirche angebauten "Pothuisjes" – früher Ausgabestellen für Fußstützen/ Fußwärmer und Torf für die Besucher der Westerkerk – sind heute Souvenirläden.

Burgemeesterspoortje (Bürgermeisterpforte)

An der Westermarktseite der Kirche ist die Bürgermeisterpforte noch zu sehen, die es den früheren Bürgermeistern ermöglichte, direkt die Kirche zu betreten und in ihrer eigenen Bank (Bürgermeisterbank) Platz zu nehmen.

Homo-Denkmal

Nicht nur das Anne-Frank-Haus und die Westerkerk, auch das Homo-Denkmal zieht viele Besucher an. Es befindet sich direkt hinter der Kirche an der Ecke Westermarkt-Keizersgracht.

BOOKS CORNER (BÜCHERECKE)

In der Kirche sehen Sie direkt nach dem Betreten an der rechten Seite den Westerkerk Books Corner. Die Mitarbeiter helfen Ihnen gerne.

INTERAKTIVE INFORMATIONSMONITORE

Information über die Kirche und ihre Geschichte wird mit Hilfe von digitalen Bildschirmen in der Kirche gezeigt. Eine Karte, um diese Monitore aktivieren zu können, wird am Service-Schalter verkauft.


europese unie

 

Europa investiert in Ihre Zukunft durch einen Beitrag zu diesem Projekt aus dem "Europees Fonds Regionale Ontwikkelingen".